Übernachtungsmarkt: Bielefeld weiterhin auf Wachstumskurs
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten verzeichnet die Stadt ein Plus bei den Übernachtungsgästen
Positive Bilanz für das Bielefelder Gastgewerbe: Der Aufwärtstrend bei den Übernachtungszahlen setzt sich im Jahr 2025 weiter fort. Das belegt die neueste Übernachtungsstatistik für das Land Nordrhein-Westfalen, die das Landesamt für Information und Technik (IT.NRW) jetzt veröffentlicht hat.
Positive Entwicklung vor allem bei Gästeankünften
Hotels und Pensionen in Bielefeld verzeichnen für das vergangene Jahr insgesamt 342.966 Gästeankünfte. Das entspricht einem Plus von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Übernachtungen stieg ebenfalls an auf insgesamt 650.694 Gästeübernachtungen (plus 2,9 Prozent). Im Vorjahr betrug die Steigerung noch 3,7 Prozent. In der Statistik werden alle Beherbergungsbetriebe mit mehr als zehn Betten erfasst – in Bielefeld gab es (im Dezember 2025) 59 Betriebe mit insgesamt 4.472 Betten. Erneut war der September der buchungsstärkste Monat mit 62.536 Übernachtungen.
Business-Gäste als wichtiger Umsatzbringer
„Der Motor für die positive Entwicklung bleibt unsere starke mittelständische Wirtschaft – trotz wirtschaftlich unsicherer Zeiten. 80 Prozent der Gäste kommen aus beruflichen Gründen in die Stadt. Gleichzeitig sehen wir, dass neue Impulse wie die Wissenswerkstadt, die allein 2025 mehr als 135.000 Besuche anzog, den Städtetourismus nachhaltig beleben“, sagt Martin Knabenreich, Geschäftsführer der Bielefeld Marketing GmbH.
Gabriela Lamm, Leiterin Tourismus und Kongressbüro bei Bielefeld Marketing, ergänzt: „Besondere Events wie die Verleihung der 1Live Krone oder die Hinterland-of-Things-Konferenz sorgen regelmäßig für hohe Auslastungen in den Bielefelder Hotels.“ Der Monat Mai verzeichnet mit einer gestiegenen Zahl der Gästeankünfte (33.220) ein Plus von 17,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Das Public-Viewing zum DFB-Pokalfinale, der Leineweber-Markt und weniger Feiertagswochenenden im Vergleich zu 2024 spielen eine Rolle für den Anstieg“, so Lamm. Zudem kamen im Mai 2025 erstmals 800 Menschen aus dem Dachdeckergewerbe aus ganz Deutschland zur „Dachkrone“ in den Lokschuppen Bielefeld. „Die Veranstaltung tourte in den Vorjahren von Ort zu Ort. Wir sind zuversichtlich, dass wir diese Fachtagung langfristig in Bielefeld etablieren können“, sagt Lamm. Die „Dachkrone“ findet 2026 zum zweiten Mal in Bielefeld statt.
Positive Effekte nach Kampagne
Mit einer crossmedialen Kampagne hat Bielefeld Marketing im März 2025 für den Kongress- und Tagungsstandort Bielefeld geworben und auf Bielefelds Vorzüge als urbanes Zentrum der Region aufmerksam gemacht. Die Stadthalle ist nur wenige Meter vom ICE-Bahnhof entfernt, der zwischen Berlin und Düsseldorf liegt. Außerdem gibt es 20 weitere attraktive Locations. Und das Kongressbüro kümmert sich von der ersten Idee bis zum Event um die Bedürfnisse der Veranstalter.
„Nach der Kampagne haben wir viele Anfragen beantwortet und Gespräche mit potentiellen Veranstaltern geführt“, sagt Lamm. Zudem hatte das Kongressbüro im Oktober 20 Veranstaltungsplaner aus ganz Deutschland zu einem dreitägigen „Fam-Trip“ nach Bielefeld eingeladen, um ihnen den Kongressstandort mit allen relevanten Locations vor Ort zu zeigen. „Die Investition in den langfristigen Imageaufbau lohnt sich – wir planen schon jetzt eine Veranstaltung für 2031“, so Lamm.
Aufgrund der positiven Entwicklung im Convention-Bereich wird auch die Förderung der Stadt Bielefeld für Kongresse mit einer erneuten Ausschüttung in Höhe von 150.000 Euro fortgesetzt. Den ersten Fördertopf in Höhe von 150.000 Euro in Corona-Zeiten nutzte das Kongressbüro der Bielefeld Marketing drei Jahre lang für die Akquise und unbürokratische Unterstützung von Veranstaltern. Für dieses Jahr sind weitere Maßnahmen zur Stärkung des Kongressstandorts geplant.
Erste Erleichterung für Gastro-Branche spürbar
Auch Regine Tönsing, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) Ostwestfalen, freut sich über den Anstieg der Gästezahlen in Bielefeld: „Diese positive Entwicklung ist wirklich sehr erfreulich, auch wenn wir noch nicht auf Vor-Corona-Niveau sind. Das kommt allen in der Stadt zugute, denn die Gastronomie ist ein nicht wegzudenkender Aktivposten für attraktive Städte und lebenswerte Gemeinden.“
Dennoch sei die Situation in der Branche wegen gestiegener Preise der Arbeitskosten, für Energie und Nahrungsmittel weiterhin schwierig. Tönsing: „Die Politik hat schon, besonders für die Gastronomie, für Erleichterung gesorgt und die Mehrwertsteuer für Speisen gesenkt. Das verschafft den Betrieben Luft zum Atmen und stärkt ihre Zukunftsfähigkeit."
Tönsing weist auch auf die Problematik hin, dass es in Zeiten großer Events und im buchungsstärksten Monat September zwar schwierig sei, in Bielefeld ein Zimmer zu finden. Man müsse aber auch bedenken, dass sich der Hotelmarkt nicht nur nach den besten Belegungszeiten richte. Vielmehr müsse man die Auslastungen des ganzen Jahres im Blick haben. „Nur so kann eine Stadt ein vernünftiges und seriöses Übernachtungsangebot mit bewährten Partnern in der Hotelbranche in Bielefeld anbieten – und das gelingt in Bielefeld auf jeden Fall", so Tönsing.
Weiterführende Informationen
- Sämtliche Beherbergungsdaten für das Jahr 2025 in Nordrhein-Westfalen: www.it.nrw
- Informationen zum Kongressstandort Bielefeld: www.bielefeld-convention.de
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Kurze Wege in der Stadt und ideale Erreichbarkeit dank ICE-Anbindung – das sind Vorzüge, die Bielefeld zu einem attraktiven Kongress- und Tagungsstandort machen.
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Entwicklung der Gästezahlen in Bielefeld von 2018 bis 2025.
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