Milliardenumsatz und Lebensqualität für OWL
Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ der dwif-Consulting GmbH für das Jahr 2025 veröffentlicht
Die Bielefeld Marketing GmbH zieht eine aktuelle touristische Bilanz. Anlass ist die Veröffentlichung der Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ der dwif-Consulting GmbH (dwif) für das Jahr 2025, die im Auftrag des Teutoburger Wald Tourismus der OstWestfalenLippe GmbH erstellt wurde. Die Studie gibt Einblick in die Entwicklung einzelner touristischer Marktsegmente in Ostwestfalen-Lippe, belegt vor allem jedoch die große Relevanz des Wirtschaftsfaktors Tourismus, der im Jahr 2025 allein in Bielefeld mit einem Gesamtbruttoumsatz von rund 673,9 Millionen Euro zu Buche schlägt. Bezogen auf ganz Ostwestfalen-Lippe, eine der übernachtungsstärksten Regionen Nordrhein-Westfalens, belegt die Studie für das Jahr 2025 einen touristischen Jahresumsatz von 3,3 Milliarden Euro.
Mehr Übernachtungen in Bielefeld
Auf Grundlage der Studie ergibt sich ein differenziertes Bild vom Tourismus in Bielefeld. Im Jahr 2025 gab es rund 817.000 Übernachtungen in Bielefelder Betrieben, darunter Hotels, Privatunterkünfte und Camping-Plätze, was einem Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 2019 entspricht. Damals hatte es rund 787.000 Übernachtungen gegeben. Einen Rückgang verzeichnet die Studie hingegen bei Tagesreisen, wie etwa Einkaufsausflügen aus der Umgebung. Hier kam es laut Untersuchung des dwif im Jahr 2025 zu rund 17,4 Millionen Reisen und damit zu einem Minus von 15,9 Prozent. Im Jahr 2019 hatte es noch rund 20,7 Millionen Tagesreisen gegeben. Bei durchschnittlichen Tagesausgaben der Tagesgäste von 31,90 Euro im Jahr 2025 (26,90 Euro im Jahr 2019) sinkt der Bruttoumsatz in diesem Marktsegment auf rund 555,1 Millionen Euro (rund 556,8 Millionen Euro im Jahr 2019), bleibt in seinen Dimensionen jedoch beachtlich. „Bielefeld ist sehr erfolgreich, was Übernachtungen betrifft, besonders im Zusammenhang mit Geschäftsreisen“, sagt Gabriela Lamm, Leiterin Tourismus bei Bielefeld Marketing, und weiter: „Dass die Zahl der Tagesgäste zurückgegangen ist, entspricht leider einem bundesweiten Trend und lässt keine unmittelbaren Rückschlüsse auf eine nachlassende Attraktivität Bielefelds als Kultur- und Naherholungsdestination zu. Bei dieser Entwicklung spielen laut dwif vor allem die Inflation und das sinkende Konsumbudget eine Rolle. Als Touristiker begegnen wir dem veränderten Kaufverhalten, indem wir ergänzende Besuchsanlässe schaffen, die auch die Innenstadt im Blick haben.“
Zuwachs bei privaten Unterkünften
Bei der Auswertung der Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ fällt ein massiver Anstieg von Übernachtungen in sogenannten Privatquartieren mit weniger als zehn Betten auf. Während es im Jahr 2019 rund 46.000 Übernachtungen in privaten Unterkünften gegeben hat, gab es im Jahr 2025 rund 120.000 Übernachtungen. Passend dazu gingen die Übernachtungen in gewerblichen Betrieben mit mehr als zehn Betten zurück: von rund 687.000 im Jahr 2019 auf rund 626.000 im Jahr 2025. Bei durchschnittlichen Tagesausgaben der Gäste in Privatquartieren von 91,40 Euro ergibt sich in diesem Marktsegment ein deutlich gestiegener Bruttoumsatz von rund 11 Millionen Euro im Jahr 2025 (rund 3,5 Millionen Euro im Jahr 2019). Bei den gewerblichen Betrieben stieg der Bruttoumsatz nur leicht von rund 103,7 Millionen Euro im Jahr 2019 auf rund 104,9 Millionen Euro im Jahr 2025 – ein Zuwachs trotz weniger Übernachtungen, der sich mit gestiegenen durchschnittlichen Tagesausgaben von 167,70 Euro (zum Vergleich: 151,10 Euro im Jahr 2019) in diesem Marktsegment erklären lässt.
Unterm Strich ein leichtes Plus
Zusammen mit den Bruttoumsätzen in den Marktsegmenten „Tagesreisen“ und „Touristik- und Dauercamping sowie Reisemobiltourismus“ ergibt sich für das Jahr 2025 ein touristischer Gesamtbruttoumsatz in Bielefeld von rund 673,9 Millionen Euro (rund 665,5 Millionen Euro im Jahr 2019) und damit eine Steigerung von 1,26 Prozent mit Blick auf das Vergleichsjahr.
„Auch wenn wir kein klassisches Reiseziel sind, ist Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Bielefeld, der massive Auswirkungen auf andere Branchen hat“, sagt Martin Knabenreich, Geschäftsführer der Bielefeld Marketing GmbH, und weiter: „Die Ergebnisse der aktuellen dwif-Studie liefern uns wichtige Impulse bei der derzeitigen Erstellung einer Tourismusstrategie für die nächsten Jahre.“
Tourismus in Ostwestfalen-Lippe
Sind die Zahlen für Bielefeld bereits beeindruckend, macht erst ein Blick auf die Region als Ganzes deutlich, welche wirtschaftliche Bedeutung dem Tourismus in Ostwestfalen-Lippe zukommt: Knapp 3,3 Milliarden Euro Bruttoumsatz, rund 50.000 Menschen, die ganz oder teilweise vom Tourismus leben, und über 300 Millionen Euro Steueraufkommen – auch diese Werte liefert die Untersuchung „Wirtschaftsfaktor Tourismus“.
Lebensqualität, Standortfaktor, Wirtschaftsfaktor
Dass Wander- und Radwege, Museen, Restaurants, Bäder und Ausflugsziele Ostwestfalen-Lippe für Ausflugs- und Urlaubsgäste attraktiv machen und zugleich die Lebensqualität der Einwohnerinnen und Einwohner steigern, liegt auf der Hand. „Eine attraktive Freizeitinfrastruktur ist außerdem bei der Gewinnung von Fachkräften für die Unternehmen in unserer Region ein echtes Plus“, erklärt Meinolf Haase, Landrat des Kreises Lippe und Vorsitzender des Fachbeirats Tourismus der OstWestfalenLippe GmbH. Wie stark die Freizeit- und Tourismusbranche darüber hinaus zur Wertschöpfung und zum Steueraufkommen in OWL beiträgt, belegt die Studie der dwif-Consulting GmbH in eindrucksvoller Weise. „Diese Studie ist wichtig, weil sie die wirtschaftliche Bedeutung der zuweilen in unserer Region noch unterschätzten Tourismusbranche eindrucksvoll belegt. Allein 3,3 Milliarden Euro Jahresumsatz durch den Tourismus sprechen eine deutliche Sprache“, betont Haase.
Für weitere Infos geht es hier zur Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ der dwif-Consulting GmbH für das Jahr 2025, die im Auftrag des Teutoburger Wald Tourismus der OstWestfalenLippe GmbH erstellt wurde.
Pressekontakt
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Gabriela Lamm von Bielefeld Marketing weist auf die wirtschaftliche Relevanz von Übernachtungs- und Tagesreisen hin. Die Studie empfindet sie als Bestätigung im Bemühen, weitere Besuchsanlässe für die Innenstadt zu entwickeln.
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Die beliebten kulinarischen Spaziergänge durch die Bielefelder Innenstadt sind nur ein Beispiel für touristische Angebote, die Menschen aus der Umgebung für einen Ausflug nach Bielefeld locken.
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