Künstler entwerfen Werke für Naturräume
Auf acht riesigen Beinen stand eine zehn Tonnen schwere bronzene Spinne der Künstlerin Louise Bourgeois im Jahr 2004 im Schlosspark Wendlinghausen im lippischen Dörentrup. Für den Gutspark Böckel in Rödinghausen (Kreis Herford) schufen Ilya und Emilia Kabakov ebenfalls 2004 die Installation „Begegnung mit dem Engel“; die 16 Meter hohe Leiter mit der männlichen Figur an der Spitze ist bis heute dort zu sehen.
Für den Park des Klosters Dalheim (Kreis Paderborn) hat Georg Baselitz 2009 seine erste Außenskulptur geschaffen. Dies sind nur drei von insgesamt 22 „Rauminszenierungen bildender Kunst“, die einen Teil der „Garten_Landschaft“ ausmachen. Ihr Kurator ist Dr. Thomas Kellein, Direktor der Kunsthalle Bielefeld, auf den die Idee zurückgeht, Garten- und Landschaftskunst zu einem Instrument der regionalen Profilbildung zu entwickeln. „Kurz nachdem ich nach Bielefeld kam, fing ich an, die Gärten und Parks der Umgebung zu besuchen und entdeckte dabei versteckte, vergessene, abseits gelegene Anlagen von beeindruckender Faszination. Das war es! Das war das Besondere an Ostwestfalen-Lippe: ein reicher Bestand an wertvollen Gärten, wie es sie in dieser Vielfalt und Qualität kein zweites Mal in Deutschland gibt“, sagt er.
International renommierte Künsterlinnen und Künstler entwerfen auf Anregung des Bielefelder Kunsthallen-Direktors jedes Jahr Werke für die grünen Naturräume. Die Skulpturen und Installation verbleiben dort entweder temporär oder dauerhaft. Neben der Baselitz-Skulptur kommt in diesem Jahr ein Garten hinzu, den der holländische Landschaftsgärtner Piet Oudolf im Gräflichen Park Bad Driburg angelegt hat und der ganzjährig farbig sein wird. Im Schlosspark Wendlinghausen wird der britische Künstler Christopher Le Brun zwei Bronzeskulpturen präsentieren. „Wir zeigen Kunst, die im Einklang mit den Gärten steht und dabei ganz neue Verbindungen offenbart“, beschreibt Dr. Thomas Kellein das Konzept der „Rauminszenierungen“.
Erstes Festival mit dem Schwerpunkt Literatur und Musik
Als bundesweit erstes Festival mit dem Schwerpunkt Literatur und Musik wurde im Jahr 2000 die Veranstaltungsreihe „Wege durch das Land“ ins Leben gerufen, die zweiter Bestandteil der „Garten_Landschaft“ ist. An 75 Orten in der Region, in Schlössern und Klöstern, Gutshäusern und Industriestätten, sind seitdem prominente Schauspieler aufgetreten, haben bekannte Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus ihren Werken gelesen und Solisten oder Ensembles musiziert. „Viele der Orte haben einen literarischen Bezug. Sie sind in die Werke von Literaten eingegangen, die sich in der Vergangenheit hier aufgehalten haben – wie etwa Rainer Maria Rilke auf Gut Böckel oder Friedrich Hölderlin in Bad Driburg“, sagt Dr. Brigitte Labs-Ehlert, Leiterin des Literaturbüros Ostwestfalen-Lippe, die das Literatur- und Musikfest konzipiert hat.
Rund 7.500 Besucherinnen und Besucher aus ganz Deutschland begeben sich auch in diesem Jahr wieder auf die „Wege durch das Land“ und erleben in den jeweils drei- bis vierstündigen Veranstaltungen Schauspieler wie Bruno Ganz, Klaus Maria Brandauer, Corinna Harfouch, Otto Sander und Sebastian Koch. Dazu Schriftsteller aus neun Nationen, darunter Marcel Beyer und Ilija Trojanow, sowie Musiker von Weltrang wie das Kronos Quartett.
Zwölf historische Gärten wurden instandgesetzt
Historische Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe zu erhalten, ist das Ziel des Projektes „Neue ‚Alte‘ Gärten“, das die dritte Säule der „Garten_Landschaft“ bildet. Zwölf historische Garten- und Parkanlagen sind seit 2000 instandgesetzt und damit aufgewertet worden. Dazu gehört der Barockgarten im Schlosspark Schieder, der im Mai 2009 wiedereröffnet wurde. „Der Park repräsentiert über 300 Jahre Gartengeschichte und ist der einzige erhaltene Barockgarten in Ostwestfalen-Lippe“, erläutert Horst Gerbaulet, der beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe für die „Neuen ‚Alten‘ Gärten“ zuständig ist. Auch die Parklandschaft Friedrichstal in Detmold erstrahlt seit Frühjahr 2009 in neuer Pracht. Dabei handelt es sich um eine zwischen 1701 und 1704 entstandene Kulturlandschaft mit einem künstlich angelegten Kanal zwischem dem Residenzschloss Detmold und der Inselwiese außerhalb der Stadt. Horst Gerbaulet: „Die Parklandschaft stellt unter gartenhistorischen Aspekten ein einzigartiges Ensemble der Barockzeit dar und ist ein Spiegelbild der damaligen Lebensart.“
Das Interesse an Gärten und Parks, so haben alle Beteiligten der „Garten_Landschaft“ festgestellt, hat seit dem Start des Projektes stark zugenommen. „Die grünen Oasen in der Region ziehen jährlich rund 50.000 Besucher an“, sagt Herbert Weber, Geschäftsführer der OstWestfalenLippe Marketing GmbH mit Sitz in Bielefeld. (5.591 Zeichen mit Leerzeichen)
Kontakt:
Kunsthalle Bielefeld
Dr. Thomas Kellein
Artur-Ladebeck-Straße 5
33602 Bielefeld
Telefon: 0521-3299950-0
Telefax: 0521-3299950-50
E-Mail:
OstWestfalenLippe Marketing GmbH
Herbert Weber
Jahnplatz 5
33602 Bielefeld
Telefon: 0521-96733-0
Telefax: 0521-96733-19
E-Mail:
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Dr. Thomas Kellein, Direktor der Kunsthalle Bielefeld und Kurator der „Rauminszenierungen bildender Kunst“, im Skulpturengarten der Bielefelder Kunsthalle. Auch dieser Park wurde im Rahmen des Projektes „Garten_Landschaft OstWestfalenLippe“ im Jahr 2008 nach den Originalplänen des Architekten Philip Johnson restauriert. jpg, 4255 KB 2112x2816 Pixel 300 dpi |
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Die „Macher“ des erfolgreichen Projektes „Garten_Landschaft OstWestfalenLippe“ (v. l.): Horst Gerbaulet (Landschaftsverband Westfalen-Lippe), Herbert Weber (OstWestfalenLippe Marketing GmbH), Dr. Brigitte Labs-Ehlert (Literaturbüro OWL), Heike Herold (Kulturbüro OWL), Dr. Thomas Kellein (Kunsthalle Bielefeld). jpg, 3208 KB 3008x2000 Pixel 300 dpi Bild: Corinna Bokermann |
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Im Schlosspark Wendlinghausen im lippischen Dörentrup ist die Rauminszenierung „Union“ des international renommierten Künstlers Christopher Le Brun zu sehen. jpg, 4545 KB 2816x2112 Pixel 300 dpi |



