Quietschen war gestern

Schmiernippel aus Bielefeld von Alaska bis Australien im Einsatz

(27.03.2007) Ihr Nutzen wird geschätzt, ihr Formenreichtum bestaunt, ihr Name häufig belächelt: „Schmiernippel“ sind das Kerngeschäft der Umeta Hermann Ulrichskötter Metallwarenfabrik GmbH & Co. KG aus Bielefeld. Die kleinen Stutzen des deutschen Marktführers sorgen in siebzig Ländern der Erde für den „leichten Lauf“ von Mähdreschern, Grubenloren oder Krankenhausbetten.

Frank Maser ist es gewohnt, dass der Laie dem Schmiernippel oft weder Form noch Funktion zuordnen kann. Der Umeta-Chef: „Ich rate dann, sich einen Fahrradreifen vorzustellen. So wie über das Ventil Luft in den Schlauch gepumpt wird, kann über einen Schmiernippel Öl oder Fett in ein quietschendes Kugellager oder ein Scharnier eingebracht werden. Ziel ist, dass alle Reibungspunkte immer optimal geschmiert sind.“ Was für den Fahrradreifen die Luftpumpe, ist für den Schmiernippel die Fettpresse – ein weiterer Bestandteil des umfangreichen Umeta-Portfolios.

Firmengründung in der Garage
Das Unternehmen, das heute weltweit zu den Top 5 der Branche zählt, hatte seine Geburtsstunde 1926 in der Garage des Bielefelders Hermann Ulrichskötter. „Mein Großvater war gelernter Dreher und produzierte als Ein-Mann-Betrieb auf zwei, drei Maschinen“, beschreibt Enkel Frank Maser die Situation von damals. Während die Anlage unter ohrenbetäubendem Lärm einen Schmiernippel nach dem nächsten drehte, sank Hermann Ulrichskötter auf sein Feldbett und erhob sich alle 30 Minuten, wenn seine Eieruhr klingelte. „Dann war es Zeit, Material nachzulegen“, erzählt Frank Maser.

„Mutter ist immer auf Tour“, hieß es eine Generation später über Margarete Maser-Ulrichskötter. Frank Masers Mutter trat 1965 in die Geschäftsführung von Umeta ein und verhalf dem elterlichen Unternehmen fast im Alleingang zu seiner internationalen Ausrichtung. „Meine Mutter hat die halbe Welt bereist, führte Verhandlungen und erschloss neue Märkte. Als zwischen Griechen und Türken der Krieg um Zypern ausbrach, saß sie plötzlich am Bosporus fest. Aber auch so etwas konnte sie nicht erschüttern“, erinnert sich Sohn Frank stolz.

1.400 Varianten ohne Kompromisse
Im 81. Jahr seines Bestehens ist dem Automobil- und Maschinenbauzulieferer kein Schmiernippel dieser Welt mehr fremd. Aus 1.400 Varianten kann der Kunde wählen, wenn unter Tage die Lore rumpelt, das Krankenhausbett quietscht oder für das Fahrwerk des Airbus eine Wartung ansteht. „Unsere Schmiernippel finden Sie in australischen Brauereien, an Pipelines in Alaska und sogar auf den Fidschi-Inseln“, berichtet Frank Maser. Was gefertigt wird, entscheidet der Kunde: „Im besten Fall führen wir einen engen Dialog. Es kommt aber auch vor, dass wir eine Skizze realisieren, die flüchtig auf einen Bierdeckel gezeichnet wurde.“ Bereits für einen einzigen Schmiernippel laufen bei Umeta die Bänder an.

Ob kleiner als ein Fingernagel oder extra lang für schwer zugängliche Stellen, ob aus verzinktem Stahl oder nicht rostendem Messing, ob mit einer von 70 Gewindearten oder mit Einschlagzapfen – dem Variantenreichtum eines Schmiernippels sind trotz deutscher wie internationaler Normen keine Grenzen gesetzt. „An Textilmaschinen darf auf keinen Fall Schmierstoff austreten, um Verunreinigungen zu vermeiden. An einem Bagger kommt es darauf an, dass unser Produkt einem Innendruck von rund 1.000 Bar standhält. Und der Schmiernippel am Schneemobil am Nordkap muss für Schmierstoffe geeignet sein, die nicht gefrieren können.“

Schmiernippel „made in Bielefeld“
2006 verzeichnete Umeta beim Auftragseingang ein Plus von 27 Prozent, der Exportanteil beträgt 50 Prozent. Seine Produkte, zu denen neben Schmiernippeln und Fettpressen auch Zubehörteile und Sonderdrehteile zählen, fertigt das Familienunternehmen ausschließlich am Standort Bielefeld. „Wir tun das aus Überzeugung“, sagt Frank Maser bestimmt. „Das schulde ich meinen Großeltern, die hier den Grundstein legten, aber auch meinen Kindern und unseren knapp 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die langfristig eine Perspektive verdienen.“

Jedes potenzielle Auslandsengagement könne nur dem Zweck dienen, den Bielefelder Standort zu stärken. „Landesflucht lehne ich ab. Wenn ich nur auf den Preis schiele, ist das keine Strategie, für die sich meine Kinder später bedanken werden.“ Die tatsächlichen Anforderungen lägen darin, sich durch besondere Leistungen zu profilieren: „Umeta-Kunden wissen, dass sie ihren Schmiernippelsatz guten Gewissens einbauen können. Keiner von ihnen will die Hälfte wegschmeißen, weil Kugel und Feder nicht optimal montiert sind. Dann würden Automobilhersteller doch eine Rückrufaktion nach der nächsten riskieren.“

Messbare Qualitätsstandards
Stattdessen legt es Umeta darauf an, „die Erwartungen des Kunden langfristig und dauerhaft zu übertreffen“, denn: „seine Zufriedenheit sichert unseren Erfolg und den Standort Deutschland.“ Um das Motto „5-Sterne-Service für unsere Kunden“ auch nach außen zu dokumentieren, ließ sich der Maschinenbauzulieferer seine Servicequalität und Kundenzufriedenheit zertifizieren.

„Der TÜV Süd hat 1.060 unserer rund 3.500 Kunden befragt, dutzende Dokumente geprüft und verschiedene Vor-Ort-Begehungen gemacht. In cognito wurden E-Mails verschickt und Telefonate geführt, um die Reaktionen unserer Mitarbeiter zu testen“, erklärt Frank Maser. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 95 Prozent aller Kunden würden Umeta weiterempfehlen. Als erstes produzierendes Unternehmen überhaupt erhielten die Bielefelder im März 2007 das begehrte TÜV-Siegel. Frank Maser ist zufrieden: „Vorreiter zu sein – das gefällt uns gut!“(5.504 Zeichen mit Leerzeichen)

Kontakt:
Frank Maser
Umeta Hermann Ulrichskötter Metallwarenfabrik GmbH & Co. KG
Almestraße 1-3
33649 Bielefeld
Telefon: 05 21-9 48-0
Telefax: 05 21-9 48-222
E-Mail: Externer Link f.maser@umeta.com
Externer Link www.umeta.com



Frank Maser (l.), Umeta Hermann Ulrichskötter Metallwarenfabrik GmbH & Co. KG, und Philippe Böhm, Produktmanager TÜV Süd, am 920 Grad heißen Durchlaufofen. Um eine Abnutzung im Dauereinsatz zu verhindern, sind alle Umeta Schmiernippel gehärtet.

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Bild: Susanne Freitag

Umeta ist kein Schmiernippel fremd. Aus 1.400 Varianten kann der Kunde wählen, wenn unter Tage die Lore rumpelt, das Krankenhausbett quietscht oder für das Fahrwerk des Airbus eine Wartung ansteht.

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„Vorreiter zu sein – das gefällt uns gut!“ Frank Maser freut sich über die erfolgreiche Zertifizierung der Umeta Hermann Ulrichskötter Metallwarenfabrik GmbH & Co. KG durch den TÜV Süd im März 2007. Der 42-jährige Bielefelder führt das Unternehmen mit knapp 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in dritter Generation.

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