Die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft erstreckt sich über 350 Quadratkilometer zwischen Bielefeld und Paderborn. Ein naturbelassenes Gelände mit 15 Naturschutzgebieten, das Einiges zu bieten hat. Denn auch kulturhistorisch betrachtet ist die Senne mit dem angrenzenden Teutoburger Wald eine äußerst reichhaltige Landschaft. Archäologische Lehrpfade, Erdhügelgräber und die 1.000-jährige Eiche im Holter Wald sind nicht nur für Schülergruppen spannend.
Damit Besucher und Touristen die Orientierung und Übersicht nicht verlieren, hat die Biologische Station gemeinsam mit der Stiftung für Umwelt und Sport der Stadtwerke Bielefeld das Senne-Portal eingerichtet. „Die Senne ist nur noch einen Klick entfernt“, scherzt Peter Rüther und ergänzt: „Auf den interaktiven Routenplaner sind wir sehr stolz. Ich kenne keine andere Region, für die Vergleichbares angeboten wird.“
Individuelle Touren planen
Wanderer und Entdecker können sich mit dem Routenplaner individuelle Touren zusammenstellen. „Egal, ob einwöchige Radwanderung oder zweistündiger Wochenendspaziergang – das Portal bietet wertvolle Tipps und Hinweise“, so Kerstin Wolffgardt von der Stiftung für Umwelt und Sport der Stadtwerke Bielefeld. „Neben Informationen über die Senne und ihre Entstehungsgeschichte finden kleine und große Entdecker Wissenswertes über die Tiere und Pflanzen der Senne. Im Informationsbereich sind über 600 Einträge hinterlegt.“ Diplombiologe Peter Rüther fügt hinzu: „Das Senne-Portal ist für uns eine Möglichkeit, die Besucher so zu leiten, dass sie voll auf ihre Kosten kommen, aber dennoch besonders schützenswerte Gebiete nicht betreten.“ Dabei helfen auch die ehrenamtlichen Natur- und Landschaftsführer, die von der Biologischen Station ausgebildet werden.
Die Stiftung für Umwelt und Sport der Stadtwerke Bielefeld wurde 1998 gegründet und setzt sich unter anderem für Projekte und Initiativen in Bielefeld ein, die zum Umweltschutz beitragen. So unterstützte sie 2003 und 2004 die Umgestaltung von drei Bielefelder Schulgeländen. „Die Schülerinnen und Schüler waren von dem Projekt begeistert. Sie halfen mit, aus Asphalthöfen kleine, grüne Oasen zu machen“, erzählt Kerstin Wolffgardt.
Für das Senne-Portal engagiert sich die Stadtwerke-Stiftung aus drei Gründen: „Wir möchten die Bielefelderinnen und Bielefelder für den Umweltschutz sensibilisieren und uns auch aktiv am Naturschutz beteiligen“, erklärt Kerstin Wolffgardt. „Mit dem Senne-Portal schaffen wir eine Brücke zwischen Wasserwirtschaft und ökologischen Anliegen. Denn der Schutz der empfindlichen Sennelandschaft ist für die Qualität des Grundwassers wichtig.“
Wasserqualität erhalten
Die Senne ist das Hauptgewinnungsgebiet der Stadtwerke Bielefeld. Hier betreibt das Unternehmen 14 Wasserwerke, deren Fördermenge 85 Prozent des Bedarfs in Bielefeld deckt. „Das Wasser hat eine hervorragende Qualität“, freut sich Diplomgeologe Olaf Kulaczewski, Leiter der Wassergewinnung. „Der Sennesand ist ein toller Grundwasserleiter. Nur eine intakte Natur garantiert intaktes Grundwasser. Wir wollen möglichst natürliches Wasser haben und arbeiten daher eng mit der Biologischen Station Senne zusammen.“ Das betrifft insbesondere die Forstwirtschaft, da die oberen Bodenschichten großen Einfluss auf die Qualität des Grundwassers haben. „Monokulturen sind negativ für das Wasser, daher pflanzen wir jedes Jahr rund 5.000 neue Bäume, um wieder Mischwälder zu entwickeln.“
Die Senne hat ihr heutiges Gesicht in verschiedenen Kaltzeiten der Erdgeschichte und in der jetzigen Warmzeit erhalten. Eis, Wasser und Wind waren die maßgeblichen Kräfte, welche die Landschaft formten. Alles begann vor etwa
200.000 Jahren, als das Schmelzwasser eines Gletschers südwestlich des Teutoburger Waldes in das Gebiet der heutigen Senne abfloss. Dort wurde es vor einem zweiten Gletscher aufgestaut und lagerte große Mengen des mitgeführten Sandes ab. So entstanden Sandschichten, die stellenweise über 60 Meter mächtig sind.
Seltene Senner Pferde fördern
Die Biologische Station Senne e. V. wurde 1992 gegründet und tritt für den Schutz, die Erhaltung und Entwicklung der Sennelandschaft ein. In vielen Projekten arbeiten haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter an der Verwirklichung der Vereinsziele. Schulen können beispielsweise Patenschaften für Naturschutzgebiete übernehmen.
1999 hat die Biologische Station ein Beweidungsprojekt mit Senner Pferden initiiert. Ziel ist es, die sechs Tiere zur Landschaftspflege zu nutzen und zugleich eine vom Aussterben bedrohte Pferderasse zu fördern. „Die Senner Pferde sind durch ihre Geschichte eng mit der Sennelandschaft verbunden“, weiß Peter Rüther. „Sie haben maßgeblich zur Ausprägung sennetypischer Landschaftselemente beigetragen. Durch das Projekt sind sie nun nach vielen Jahrzehnten wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt.“ (5.373 Zeichen mit Leerzeichen)
Kontakt:
Biologische Station Senne e. V.
Peter Rüther
Geschäftsführer
Junkernallee 20
33161 Hövelhof-Riege
Telefon: 05257-94 09 05
Telefax: 05257-94 05 06
E-Mail:
Stadtwerke Bielefeld GmbH
Birgit Jahnke
Leiterin Unternehmenskommunikation
Schildescher Straße 16
33611 Bielefeld
Telefon: 05 21-51 40 62
Telefax: 05 21-51 47 29
E-Mail:
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Engagieren sich für die Senne: Diplombiologe Peter Rüther (l.), Geschäftsführer der Biologischen Station Senne e. V., Kerstin Wolffgardt, Stiftung für Umwelt und Sport der Stadtwerke Bielefeld GmbH, und Olaf Kulaczewski, Leiter der Wassergewinnung bei der Stadtwerke Bielefeld GmbH. jpg, 3418 KB 2592x3872 Pixel 300 dpi Bild: Sandra Sanchéz |
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Eine Heidefläche im Naturschutzgebiet Moosheide. Die Landschaft wird von Dünen, wasserführenden Kastentälern und Trockentälern geprägt. In der Moosheide gibt es mehr als 450 Pflanzenarten, von denen etwa 60 auf der Roten Liste stehen, wie beispielsweise Arnoseris minima (Lämmersalat). jpg, 608 KB 1181x773 Pixel 300 dpi Bild: Biologische Station Senne e.V. |
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Die Senner Pferde gelten als älteste Pferderasse Deutschlands. In der Senne leben derzeit sechs Tiere. Bundesweit gibt es nur noch rund 40 Senner Pferde. jpg, 307 KB 1181x772 Pixel 300 dpi Bild: Biologische Station Senne e.V. |



