„Puddingtown“ spielt mit den Themen Küche, heile Welt und Frauenbilder. Ein femininer Schnitt und freche Details prägen die Linie, die ausschließlich aus Original-Küchentextilien verschiedener Jahrzehnte gefertigt wird. „Das sind Gardinen, Tischdecken oder Handtücher hauptsächlich aus den fünfziger bis siebziger Jahren, die ich auf Flohmärkten von Asien bis Europa, bei Haushaltsauflösungen oder Internetauktionen erstehe“, erzählt Friederike von Müller. „Dabei bin ich bin sehr empfindlich, was Farben und Muster angeht und halte nur nach erstklassiger Qualität Ausschau.“ Im Atelier an der Bielefelder Große-Kurfürsten-Straße verwandelt die 37-Jährige die einstigen Alltagsgegenstände in Shirts, Kleider oder Röcke mit Namen „Tilly“, „Greta“, „Gwen“ oder „Bambina“. „Das ist, als würde ich vor einer leeren Leinwand sitzen und ein Bild malen. Meine Mode soll Spaß machen und die Menschen miteinander ins Gespräch bringen.“ Bei Rock „Tilly 21“ besorgen das ein aufgenähter Topflappen-Handschuh in Anlehnung an die Werbefigur „Tante Tilly“ sowie unzählige „Hattu-Möhrchen-Hasen“, die auf orangefarbenem Grund fröhlich an die siebziger Jahre erinnern.
Grüße aus Puddingtown
„Als ich in New York arbeitete, unterschrieb eine Freundin ihre Postkarten an mich immer mit dem Satz ‚Grüße aus Puddingtown‘“, erinnert sich Friederike von Müller. „Der Name, der auf Bielefeld als Heimatstadt von Dr. Oetker anspielt, passte wundervoll zu meiner Idee von Mode. 2003 habe ich mich in Bielefeld mit dem Label ‚Puddingtown‘ selbstständig gemacht.“ Heute umfasst ihre „Puddingtown“-Kollektion Mäntel, Röcke, Kleider, T-Shirts und den Pop-Art-Regenmantel in Wachstischdecken-Optik, der es dank seiner Trägerin Enie van de Meiklokjes bereits ins Fernsehen geschafft hat. Auch Umstands-, Baby- und Kinderkleidung, sowie eine eigene Weihnachts- und Osterkollektion sind zu haben. „Für meine Mode begeistern sich sowohl junge Frauen, als auch Kundinnen Mitte 50, die die Stücke mit ihrer Lebenserfahrung ganz anders interpretieren.“ Bei der Mode, die bislang in ausgesuchten Läden in New York, Hamburg, Berlin, Köln, München und eben im Laden in Bielefeld erhältlich ist, macht auch der Preis Spaß: Die Unikate kosten zwischen 25 und 350 Euro.
Ihr Know-how sammelte Friederike von Müller während einer Ausbildung zur Schneiderin, in einem Designstudium an der Fachhochschule Bielefeld und während ihrer siebenjährigen Karriere in New York. Ein halbes Jahr vor ihrem Diplom flog die damals 27-Jährige nach Big Apple, zeichnete in einem Praktikum Hip-Hop-Kleidung für Herren und reiste nach ihrem Abschluss in Bielefeld erneut in die US-Metropole. „Ich liebe diese Stadt, seit ich das erste Mal dort war. Und ich hatte eine gute Zeit.“ In sieben Jahren schafft sie es als einzige Designerin neben sieben Grafikern ins Team von Designer Mark Ecko, der sie am Aufbau des Kultlabels Ecko Unltd. und der Entwicklung des Labels Ecko Red beteiligte. Für die Andy Warhol-Foundation zeichnete Friederike von Müller Taschen-, Regenschirm- und Halstuch-Kollektionen. Sie war Head Designerin einer Leder-Kollektion für Lucky Brand und arbeitete frei für Betsy Johnson und GAP.
Sparrenburg statt Big Apple
„New York war eine tolle, aber auch sehr harte Zeit“, sagt sie rückblickend. In Bielefeld ist sie inzwischen wieder heimisch geworden. „Die Stadt gefällt mir, insbesondere der Westen. Ich kann mir keinen besseren Ausgangspunkt vorstellen, um mobil zu bleiben. Von Bielefeld aus kommt man überall hin.“ Laden und Atelier, in einem gelb gestrichenen Altbau gelegen, sind ein passender Rahmen für Friederike von Müllers „Puddingtown“-Mode. Die Wände tapeziert mit Originaltapete aus den siebziger Jahren, im Regal ein Kaufmannsladen. Hund Rokko begrüßt freundlich jeden Besucher, der zur Maßanprobe kommt oder einfach stöbern möchte. „Ich verkaufe nicht nur meine Mode, sondern auch Stücke junger Bielefelder Nachwuchs-Designer wie Jasmine Geckle von 44flavours mit ihren Puschel-Pins, Kamilla Richter und ihr Label ‚Kamilla‘ oder das Kathrin Steinemann Taschen-Label ‚moses-lundwerk‘. Ich möchte, dass mein Laden eine Plattform für diese Talente ist“, bekräftigt Friederike von Müller.
Der Nachwuchs liegt der erfolgreichen Designerin am Herzen. An der Fachhochschule Bielefeld ist sie inzwischen Lehrbeauftragte für Kollektionsgestaltung in „einer Mischung aus Lehre und Entertainment“. „Ich möchte den Studierenden Biss vermitteln und sie aus ihrer Zukunftsangst herauslocken.“ Einer Praktikantin gab sie detaillierte Tipps für eine überzeugende Bewerbung: „Sie hat ein Portfolio verschickt und die Designerin Sonja Ruben hat sie persönlich zurückgerufen und für ein Praktikum nach New York eingeladen.“
In naher Zukunft möchte Friederike von Müller ihre Unikate mit „Lieblingsstück-Anspruch“ verstärkt auch über den Internet-Shop vertreiben. Auch Maßanfertigungen sollen auf diesem Wege möglich werden. „Für den Herbst plane ich ein gemeinsames Buch mit der Bielefelder Fotografin und Professorin Katharina Bosse. Ja, und dann wird ‚Puddingtown‘ demnächst auch in Dubai zu haben sein.“ (5.671 Zeichen mit Leerzeichen)
Kontakt:
Friederike von Müller
Große-Kurfürsten-Straße 67
33615 Bielefeld
Telefon: 05 21-9 88 71 98
Telefax: 05 21-9 88 71 99
E-Mail:
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Vor zwei Jahren gründete Friederike von Müller in Bielefeld ihr Label „Puddingtown“: „Meine Mode soll Spaß machen und die Menschen miteinander ins Gespräch bringen.“ jpg, 4619 KB 3216x2136 Pixel 72 dpi Bild: Susanne Freitag |
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Alle Wege führen nach „Puddingtown“! jpg, 2699 KB 3216x2136 Pixel 300 dpi Bild: Susanne Freitag |
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Machen Lust auf Mode: Atelier und Showroom von Friederike von Müller in der Große-Kurfürsten-Straße in Bielefeld. jpg, 2296 KB 3102x2106 Pixel 300 dpi Bild: Susanne Freitag |



