Spätestens seit 1705 stellte der Bielefelder Johann Georg Crüwell Rolltabak her. „Eine Eintragung im Kirchenbuch anlässlich der Taufe seiner Tochter weist ihn in diesem Jahr als Tabakfabrikanten aus“, erläutert Arnd Kallweit, der im September 2004 die Geschäftsführung übernommen hat. Das Unternehmen florierte: Anno 1795 beschäftigten die Nachfahren Johann Georg Crüwells fünf Arbeiter, 1818 waren es bereits 22. Für 2.570 Goldtaler erwarb die Familie Crüwell im Jahre 1813 das 1530 errichtete Bürgerhaus mit dem reichverzierten Sandsteingiebel und errichtete hier eine durch zwei Pferde betriebene Vorrichtung zum Schneiden von Rauchtabak und zum Mahlen von Schnupftabak. „Ihre Blüte erfuhr die Crüwellsche Tabakfabrik in den Jahren von 1870 bis 1945“, berichtet der jetzige Geschäftsführer. In dieser Zeit gehörte das Unternehmen zu den fünf größten deutschen Tabakfabriken.
Mit Richard Mitzlaff-Crüwell starb 1985 der letzte Inhaber des Tabakhauses, der den Namen der Gründerfamilie trug. Bis zu jenem Jahr erfolgte die Tabakproduktion mit bis zu 300 Mitarbeitern in dem rund 12.000 Quadratmeter großen Gebäude inmitten der Bielefelder Altstadt. Seitdem werden die Pfeifentabake nach den alten Crüwell-Mischungen in Hamburg hergestellt. Die Tradition des Unternehmens in Bielefeld wird mit einem Fachgeschäft aufrecht erhalten. „Wir bieten unseren Kunden zwanzig eigene und mehr als 300 Mischungen anderer Hersteller an. Hinzu kommen rund 1.500 Pfeifen, Zigarren aus allen produzierenden Ländern der Welt sowie sämtliches Zubehör rund ums genussvolle Rauchen“, beschreibt Arnd Kallweit das Sortiment des kleinen, aber feinen Tabakladens.
Qualität und Individualität werden bei dem 34-jährigen Geschäftsführer, der selbst passionierter Pfeifen- und Zigarrenraucher ist, groß geschrieben. Tabakmischprodukte findet man im Crüwell-Haus nicht, angeboten werden ausschließlich Waren, die zu 100 Prozent aus Tabak bestehen. Und auch ganz spezielle Kundenwünsche werden erfüllt: „Wenn ein Kunde zum Beispiel einen Pfeifentabak mit Pflaumenaroma haben möchte, lasse ich diesen eigens für ihn mischen“, sagt Arnd Kallweit. Übrigens: Weniger als fünf Prozent seiner Kunden sind weiblich. Frauen bevorzugen vor allem Zigarillos, doch: „Zu meiner Kundschaft gehören auch drei Frauen, die Pfeife rauchen – allerdings nicht in der Öffentlichkeit.“
Zigarren mit Stückpreisen bis zu 45 Euro lagern in dem Bielefelder Tabakhaus im raumhohen Humidor bei einer Luftfeuchtigkeit von 70 bis 75 Prozent. Eine Hälfte seines Umsatzes macht Arnd Kallweit mit Zigarren und Zigarillos, die andere Hälfte entfällt auf Pfeifen und Pfeifentabake. Auch wenn viele ältere Pfeifenraucher aus gesundheitlichen Gründen das Rauchen aufgeben müssen, blickt der Geschäftsführer des Crüwell Tabakhauses zuversichtlich in die Zukunft: „Durch unsere individuellen Tabakmischungen und die persönliche, kompetente Beratung werden wir uns gewiss auch weiterhin gut auf dem Markt behaupten können.“
Sein 300-jähriges Jubiläum feiert das Crüwell Tabakhaus am 1. Juli. Geplant ist zu diesem Anlass eine Ausstellung mit sehenswerten alten Werbeplakaten. (3.770 Zeichen mit Leerzeichen)
Kontakt:
Crüwell Tabakhaus
Obernstraße 1 a
33602 Bielefeld
Telefon: 05 21-6 78 02
E-Mail:
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Das 1705 gegründete Crüwell Tabakhaus in Bielefeld ist die älteste noch bestehende Tabakfabrik der Welt. Wahrzeichen ist der markante Giebel des spätgotischen Bürgerhauses in der Bielefelder Altstadt, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat. jpg, 3115 KB 3008x1960 Pixel 300 dpi Bild: Susanne Freitag |
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Seit September 2004 ist Arnd Kallweit Geschäftsführer des Crüwell Tabakhauses. Der 34-Jährige ist selbst passionierter Pfeifen- und Zigarrenraucher. jpg, 2925 KB 3008x1960 Pixel 300 dpi Bild: Susanne Freitag |
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Sein 300-jähriges Jubiläum feiert das traditionsreiche Bielefelder Crüwell Tabakhaus mit einer sehenswerten Ausstellung alter Werbeplakate. jpg, 2211 KB 1680x2444 Pixel 300 dpi Bild: Susanne Freitag |



