Gewählt worden ist Udo Krolzik bereits am 8. Januar, offizieller Dienstantritt war der 1. Februar 2008. Natürlich war der Arbeitsplatz Berliner Dom höchst verlockend – aber selbstverständlich nicht der eigentliche Grund dafür, dass der bisherige Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Johanneswerks in Bielefeld noch einmal etwas völlig Neues angefangen hat. Den 60-Jährigen reizt besonders die Aufgabe, die neue Führungsakademie schnell zu etablieren und erfolgreich zu machen. Das Ziel ist ehrgeizig: „In fünf Jahren sollen mindestens 80 Prozent aller Führungskräfte in Kirche und Diakonie eine Qualifizierung im Berliner Dom durchlaufen haben.“
Beim Thema Management ist der unternehmerisch denkende Kirchenmann ganz realistisch. Natürlich weiß er genau, dass auch in Kirche und Diakonie der Fisch vom Kopf stinkt. „Die Verbindung von diakonischer mit der kirchlichen Fort- und Weiterbildung birgt enorme Chancen“, so Krolzik. Moderne zukunftsorientierte Qualifizierungsmaßnahmen auf der Basis protestantischer Werte und Traditionen sind für ihn der Garant für erstklassige Spitzenkräfte in einer innovativen und vor allem den Menschen zugewandten Kirche und Diakonie.
Profilierung des Ev. Johanneswerks
In Bielefeld hat er 15 Jahre lang Verantwortung getragen für mehr als 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als Vorstandsvorsitzender leitete er einen Wirtschaftsbetrieb mit einer Umsatzgröße von 218 Millionen Euro (2007). Er hat mit seinem Team dafür gesorgt, dass das Johanneswerk – in Bielefeld neben den v. Bodelschwinghschen Anstalten die zweite diakonische Einrichtung von europäischem Rang – die typisch ostwestfälische Zurückhaltung hinter sich gelassen hat. Heute ist das Ev. Johanneswerk auch über die Grenzen der Stadt hinaus bestens bekannt. Dazu beigetragen hat 2005 die aufmerksamkeitsstarke Kampagne der renommierten Hamburger Werbeagentur Jung von Matt.
Der gebürtige Bielefelder Krolzik, Vater von vier erwachsenen Kindern, hat als Vorstandsvorsitzender längst überfällige Strukturanpassungen durchgesetzt, oft auch gegen erbitterten Widerstand. Er hat das Johanneswerk mitten in Europa platziert. Die Bielefelder unterhalten heute Einrichtungen in mehreren europäischen Ländern und sind auf der politischen Bühne der Europäischen Union in Brüssel bestens vernetzt: „Wir als Diakonie müssen auch die soziale Gestaltung von Europa mitprägen.“
Pastor Krolzik selbst hat sich in der Vorstandsarbeit von diversen europäischen Organisationen engagiert und in Osteuropa die Ausbildung von Pflegekräften und den Aufbau von Pflegeschulen vorangetrieben. „Es ist schrecklich, erleben zu müssen, wie etwa in Rumänien junge Menschen auswandern und für die zurückgebliebenen Alten keine Versorgungsstrukturen da sind.“ Außerdem, so der studierte Theologe und Betriebswissenschaftler, können „wir hier in Deutschland von Europa viel lernen. In vielen Ländern gibt es erfolgreiche Modelle, die besser funktionieren als das, was wir machen. Umgekehrt können wir unsere Erfahrungen in Kooperationen einbringen.“ So etwa beim Europaprojekt „Grenzüberbrückendes Leben im Alter“, ein Pilotprojekt, von dessen Erkenntnissen der gesamte deutsch-niederländische Grenzbereich profitieren kann.
Wissenschaftler und Manager
Bevor er nach dem Studium in Hamburg und Edinburgh 1993 zurück nach Bielefeld kam, hat Udo Krolzik lange Jahre an der Universität Hamburg geforscht und gelehrt, unter anderem als Wissenschaftlicher Assistent am Kirchen- und Dogmengeschichtlichen Seminar. Die Lehre hat ihn immer fasziniert. Er kennt sich aus in bioethischen Fragen und Umweltethik, saß in den entsprechenden Ausschüssen der Evangelischen Kirche in Deutschland. Für die Evangelische Kirche von Westfalen war er bis zum Frühjahr 2008 Vorsitzender der Arbeitsgruppe Ethische Fragen der Gentechnik und hat in dieser Funktion ganz maßgeblich die Haltung der Evangelischen Kirche in gentechnischen Fragen beeinflusst.
1997 habilitierte er sich. Einige Jahre war er Privatdozent an der Universität Hamburg und an der Kirchlichen Hochschule Bethel in Bielefeld. Seit 2007 war er außerplanmäßiger Professor an der jetzigen Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel. An dieser renommierten Hochschule wird er – neben seiner Tätigkeit in Berlin – am Standort Bielefeld künftig ein neues Institut als Gründungsdirektor leiten: das Institut für Diakoniewissenschaften und Diakoniemanagement. Hier schließt sich dann der Kreis, denn Wissenschaft und Management haben den umtriebigen 60-Jährigen immer gleich intensiv interessiert.
Hoher Stellenwert der Diakonie
Am Dienstsitz in Berlin wartet jede Menge Arbeit. Der neue Leiter der Bundesakademie und der Führungsakademie will dafür sorgen, dass das Markenzeichen und der Marktvorteil der Diakonie gestärkt werden. Damit soll der hohe Stellenwert der Diakonie in der Gesellschaft erhalten bleiben: „Diakonie lebt davon, dass wir unserer Motivation und unseren Zielen treu bleiben. Nur dann haben wir auf Dauer eine Berechtigung.“
Der Weiterbildungsbedarf ist riesig. Schließlich arbeiten in den rund 27.000 selbstständigen Einrichtungen der Diakonie in Deutschland mit mehr als einer Million Betreuungsplätzen 450.000 Mitarbeiter. Wenn Menschen krank oder hilfsbedürftig sind, setzen sie darauf, dass ihr Vertrauen in diakonische Einrichtungen gerechtfertigt ist: „Unsere christliche Prägung und unsere ethischen Grundsätze als diakonischer Träger bestimmen das Handeln in den Einrichtungen. Das gilt zum Beispiel in den Krankenhäusern für alle Menschen, die dort arbeiten – vom Chefarzt bis zum Pflegepersonal. Und unsere Führungskräfte sind dafür verantwortlich, dass die Arbeitsatmosphäre so ist, dass der Anspruch im Alltag selbst bei allen Schwierigkeiten aufrecht erhalten werden kann.“
Viele Spitzenpositionen nicht besetzt
Der Kirchenmann, der Theologie mit unternehmerischem Geschäftssinn und Gestaltungswillen vereint, kennt das Thema Mangel von Fach- und Führungskräften aus eigener Anschauung: „In Diakonie und Kirche sind viele Spitzenpositionen nicht besetzt.“ Die alltagsorientierte Weiterbildung von Führungskräften ist für ihn genauso wichtig wie die wissenschaftliche Ausbildung zum Dr. Diak. oder Master.
Der gestandene Manager hat keine Hemmungen, das Wort Karriere in den Mund zu nehmen, spricht von Diversity-Management („Wir brauchen Frauen in den Führungspositionen“) und verweist auf attraktive Aufstiegsmöglichkeiten in Kirche und Diakonie: „Wir tun etwas für unsere Leute in den Führungspositionen. Wir arbeiten mit renommierten Instituten etwa der Universität St. Gallen zusammen und gewinnen Spitzenkräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft als Dozenten.“
Das Handwerkszeug des Managers soll an der Führungsakademie so vermittelt werden wie an anderen qualifizierten Hochschulen oder Akademien. Einzig und allein der besondere Aspekt Ethik und Werte aus kirchlicher Sicht macht den kleinen, aber entscheidenden Unterschied. Udo Krolzik verspricht: „Diesen Unterschied werden wir betonen, das ist unsere besondere Stärke und unsere Mission.“ (7.440 Zeichen mit Leerzeichen)
Kontakt:
Pastor Prof. Dr. Udo Krolzik
Führungsakademie für Kirche und Diakonie gAG
Berliner Dom
Am Lustgarten, Portal 12
10178 Berlin
Telefon: 030-2045 975-12
Telefax: 030-2045 975-20
E-Mail :
Die Akademien für Kirche und Diakonie | Kooperationen mit St. Gallen und Wien
Die Bundesakademie für Kirche und Diakonie entstand 2006 durch den Beitritt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu der seit 1970 bestehenden Diakonischen Akademie Deutschland. Hauptgesellschafter dieser diversifizierten Bildungsholding sind die EKD und das Diakonische Werk der EKD sowie zehn weitere diakonische Gesellschafter.
Ziel der Akademie ist die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeitenden in Diakonie und Kirche. Das umfangreiche Seminar- und Tagungsprogramm wird an mehreren Standorten in ganz Deutschland angeboten. In Berlin unterhält die Bundesakademie im Stadtteil Pankow das Akademie-Hotel mit modernsten Tagungsmöglichkeiten. Mit der Universität St. Gallen oder der Wirtschaftsuniversität Wien gibt es langjährige Kooperationen.
Die Bundesakademie ist Mehrheitsgesellschafter der im Dezember 2006 gegründeten Führungsakademie für Kirche und Diakonie (FAKD), die sich mit besonderen Bildungsangeboten wie Betriebswirtschaft, Management und Controlling, Unternehmenssteuerung oder Projektmanagement an Nachwuchs- und Führungskräfte wendet.
Die Bundesakademie für Kirche und Diakonie entstand 2006 durch den Beitritt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu der seit 1970 bestehenden Diakonischen Akademie Deutschland. Hauptgesellschafter dieser diversifizierten Bildungsholding sind die EKD und das Diakonische Werk der EKD sowie zehn weitere diakonische Gesellschafter.
Ziel der Akademie ist die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeitenden in Diakonie und Kirche. Das umfangreiche Seminar- und Tagungsprogramm wird an mehreren Standorten in ganz Deutschland angeboten. In Berlin unterhält die Bundesakademie im Stadtteil Pankow das Akademie-Hotel mit modernsten Tagungsmöglichkeiten. Mit der Universität St. Gallen oder der Wirtschaftsuniversität Wien gibt es langjährige Kooperationen.
Die Bundesakademie ist Mehrheitsgesellschafter der im Dezember 2006 gegründeten Führungsakademie für Kirche und Diakonie (FAKD), die sich mit besonderen Bildungsangeboten wie Betriebswirtschaft, Management und Controlling, Unternehmenssteuerung oder Projektmanagement an Nachwuchs- und Führungskräfte wendet.
Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel | Fachhochschule der Diakonie (FHdD)
Zum 1. Januar 2007 fusionierten die Kirchliche Hochschule Wuppertal und Bethel in Bielefeld zur Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel – Hochschule für Kirche und Diakonie. In Kooperation mit der Fachhochschule der Diakonie sind weiterführende Masterstudien sowie eine Promotion möglich. Dazu wurde das Institut für Diakoniewissenschaften und Diakoniemanagement unter Leitung von Prof. Dr. Udo Krolzik gegründet.
Die Fachhochschule der Diakonie (FHdD) in Bielefeld-Bethel ist eine private Fachhochschule, die berufsbegleitend Menschen mit entsprechender Vorbildung eine Qualifizierung in den Bereichen Diakonie sowie Sozial- und Gesundheitswesen anbietet.
Die Fachhochschule in Trägerschaft großer und mittlerer diakonischer Unternehmen sowie des Diakonischen Werkes der EKD in Bielefeld-Bethel wurde 2006 gegründet. Hauptgesellschafter ist die Stiftung Westfälische Diakonenanstalt Nazareth – Teil der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel.
Zum 1. Januar 2007 fusionierten die Kirchliche Hochschule Wuppertal und Bethel in Bielefeld zur Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel – Hochschule für Kirche und Diakonie. In Kooperation mit der Fachhochschule der Diakonie sind weiterführende Masterstudien sowie eine Promotion möglich. Dazu wurde das Institut für Diakoniewissenschaften und Diakoniemanagement unter Leitung von Prof. Dr. Udo Krolzik gegründet.
Die Fachhochschule der Diakonie (FHdD) in Bielefeld-Bethel ist eine private Fachhochschule, die berufsbegleitend Menschen mit entsprechender Vorbildung eine Qualifizierung in den Bereichen Diakonie sowie Sozial- und Gesundheitswesen anbietet.
Die Fachhochschule in Trägerschaft großer und mittlerer diakonischer Unternehmen sowie des Diakonischen Werkes der EKD in Bielefeld-Bethel wurde 2006 gegründet. Hauptgesellschafter ist die Stiftung Westfälische Diakonenanstalt Nazareth – Teil der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel.
Ev. Johanneswerk e. V., Bielefeld
Das Evangelische Johanneswerk e. V. ist einer der großen diakonischen Träger Europas mit Sitz in Bielefeld. Rund 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in mehr als 70 Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen und europäischen Ländern tätig.
Gegründet wurde das Werk 1951. Heute gibt es die sechs Arbeitsbereiche Altenarbeit, Behindertenarbeit, pädagogische Arbeit, Krankenhausarbeit, offene diakonische Arbeit und Hospizarbeit sowie die Zentralen Dienste in Bielefeld. Der Jahresumsatz betrug 2007 rund 218 Millionen Euro.
Der Medienservice
„Bielefeld bewegt“ hat bereits mehrfach über die Aktivitäten des Ev. Johanneswerks berichtet.
Das Evangelische Johanneswerk e. V. ist einer der großen diakonischen Träger Europas mit Sitz in Bielefeld. Rund 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in mehr als 70 Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen und europäischen Ländern tätig.
Gegründet wurde das Werk 1951. Heute gibt es die sechs Arbeitsbereiche Altenarbeit, Behindertenarbeit, pädagogische Arbeit, Krankenhausarbeit, offene diakonische Arbeit und Hospizarbeit sowie die Zentralen Dienste in Bielefeld. Der Jahresumsatz betrug 2007 rund 218 Millionen Euro.
Der Medienservice
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Geschichtsträchtiger Arbeitsplatz: Der Bielefelder Prof. Dr. Udo Krolzik will die Führungsakademie für Kirche und Diakonie zügig ausbauen. Die Einrichtung hat ihren Sitz in einem Turm des Berliner Doms. Von seinem Schreibtisch aus blickt der Kirchenmann bis zur leuchtenden Kuppel der Neuen Synagoge an der Oranienburger Straße. Schräg gegenüber ist die Theologische Fakultät der Humboldt-Universität. jpg, 619 KB 4256x2832 Pixel 300 dpi Bild: Werner Krueper |
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