Werbung von der Festplatte

Bielefelder Graphic Group beschäftigt einen „3-D-Artist“ für Computer Generated Imagery (CGI)

(03.07.2008) Das Problem ist gar nicht so selten: Unternehmen planen Einführungskampagnen für ein Produkt, das noch nicht hergestellt ist. Und wenn die riesige Maschine oder das nagelneue Auto dann tatsächlich verfügbar sind, kann man sie oft nicht an den Ort schaffen, den sich die Werbestrategen für außergewöhnliche Fotos ausgedacht haben. Bei der Bielefelder Graphic Group sitzen Spezialisten, die einen neuen Trend in der Automobil- und Produktfotografie mitgestalten. Computer Generated Imagery (CGI) bietet ungeahnte Alternativen zur traditionellen Fotoproduktion von Werbemotiven und wird somit praxisrelevanter Faktor in der Welt der Bildschaffenden.

Dennis Aufderheide sitzt vor einem riesigen Bildschirm. Schon mit 13 Jahren hat ihn die dreidimensionale Welt fasziniert und für ihn war klar: Er will in der Spieleindustrie arbeiten, die bereits seit vielen Jahren mit 3-D-Spielen für Unterhaltung und Action am Computer sorgt. Ein Verwandter hatte ihn damals auf diese Technik aus der Filmindustrie aufmerksam gemacht. Eine fundierte Ausbildung und die private Faszination passten zusammen: Der Einstieg in die 3-D-Welt begann für den Technikfreak als Grafiker für Computer-Rennspiele.

Heute ist der gebürtige Bielefelder einer der „3-D-Artists“ in Deutschland. Dieses völlig neue Berufsfeld vereint gleich vier Arbeitsbereiche. Der 24-Jährige kann hochklassige Fotos am PC erstellen. Er ist ein 3-D-Spezialist und zusätzlich fit in allen Feinheiten der Datentechnik. Die Arbeit bei der Graphic Group umfasst darüber hinaus sämtliche Arbeitsschritte zur finalen Nachbearbeitung von Fotos am Computer wie etwa Retuschen, Farbkorrekturen oder Bildoptimierungen. Alle Arbeitsbereiche werden gebraucht, um Bilder am Computer zu generieren. Die sehen dann zwar aus wie herkömmlich geschossene Profifotos, sind in Wirklichkeit aber nichts anderes als in Szene gesetztes Datenmaterial mit der Anmutung von Fotorealismus.

In der Autobranche ist der Umgang mit dreidimensionalen Bildern schon längst Standard. Die komplette Produktentwicklung in den großen Konzernen läuft am Computer über 3-D. Relativ neu ist der Einsatz der fotorealistischen Simulation des Autos auf Basis der digital vorliegenden Konstruktionsdaten. Mit diesen Daten gelingt es Dennis Aufderheide heute, Bilder zu erzeugen, die von der Realität nicht zu unterscheiden sind.

Um die gewünschte Atmosphäre zu erzielen, in der das Auto dem potenziellen Käufer begegnen soll, ist CGI derzeit noch auf die klassische Fotografie angewiesen. „Es wäre zu aufwändig, etwa die optimale Beleuchtung am Computer zu simulieren“, beschreibt der Bielefelder das Problem. Gleiches gilt für die Umfelder, in denen das Auto stehen soll. Ein Phaeton in Neuseeland? Der Fotograf vor Ort sendet die Straße, die ins Unendliche verläuft. Ein riesiger Mähdrescher im Olympiastadion in Berlin? Kein Problem: Den Hintergrund liefert der Fotograf, der mit der 360-Grad-Kamera unterwegs war. Ein neues Fenstersystem für eine Highclass-Immobilie in Südeuropa? Die Bilder, die in Bielefeld landen, zeigen den gewünschten Sonneneinfall.

Der zuständige Projektleiter der Graphic Group, Bernd Warneke, erklärt die Vorteile von CGI. Schon Monate vor der Markteinführung können Produkte, die noch gar nicht existieren, höchst realistisch und technisch perfekt im künftigen Umfeld gezeigt werden. Waren früher aufwändige Transporte notwendig, um Maschine und Menschen in die entlegendsten Gegenden der Welt zu schaffen, können die Unternehmen heute viel Geld sparen. Bernd Warneke: „Die Zeiten, in denen das schönste Auto der Welt tagelang im Regen stand und die komplette Foto-Crew nicht arbeiten konnte, sind mit CGI auch vorbei.“ Gebannt ist die Angst vieler Hersteller, dass die Konkurrenz die Neuentwicklung ausspähen könnte. Damit können sich die Unternehmen auch hohe Kosten für Sicherheit- und Technikleute auf der so genannten Location sparen.

Noch ist das Geschäftsfeld CGI bei der Graphic Group relativ klein. Die Bielefelder stehen in Konkurrenz zu Agenturen in Hamburg, Stuttgart und München, die die neue Technik für sich entdeckt haben. Bisher gibt es nur wenige Spezialisten am Markt. Die Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule in Nürnberg ist derzeit die einzige Fachhochschule in Europa, die im Fachbereich Design einen Bachelor-Studiengang in Computer Generated Imagery anbietet. Die Graphic Group, bei der rund 70 Spezialisten arbeiten, stellt dem Fachbereich Praktikantenplätze für Studenten zur Verfügung.

Investitionen in leistungsstarke Computer kosten derzeit noch viel Geld. Die Geschäftsführung des Bielefelder Spezialisten ist aber sicher, dass sich der Ausbau lohnt: „Durch den professionellen Einsatz von CGI ergeben sich in der Werbung und somit in der gesamten Produkt- und Bildkommunikation ganz neue Möglichkeiten. Dabei verstehen wir CGI aber nicht als Fotografieersatz, sondern als Erweiterung.“

Das 83 Jahre alte Unternehmen hat alle Etappen in der Print- und Online-Kommunikation mitgemacht – vom einfachen Buchdruck bis zur digitalen Fotografie. In Zukunft werden Mitarbeiter wie Dennis Aufderheide dafür sorgen, dass die Bielefelder weiter an der Spitze der Innovationen stehen. (5.126 Zeichen mit Leerzeichen)

Kontakt:
Bernd Warneke
Graphic Group Mensch & Medien GmbH
Otto-Brenner-Straße 203
D-33604 Bielefeld
Telefon: 0521-29 92-0
Telefax: 0521-29 92-247
E-Mail: Externer Link bernd.warneke@graphic-group.de
Externer Link www.graphic-group.de

Reich an Innovationen

Die Graphic Group Bielefeld wurde 1925 als Stempelfabrik Emil Giesow gegründet. Im Laufe der mehr als 80 Jahre langen Unternehmensgeschichte stand die Graphic Group immer wieder für Fortschritt in der an Innovationen reichen Druck- und Medienbranche.

1994 wurde das Dienstleistungsangebot um digitale Fotografie und digitalen Offsetdruck erweitert. 1996 wurde der erste multimediale Katalog auf CD-ROM produziert. Drei Jahre später war der Geschäftsbereich Postproduction aufgebaut. Seit 2002 arbeiten die Bielefelder mit Bilddatenbanksystemen, seit 2006 werden Web-Portale konzipiert und realisiert.

Ein Jahr zuvor ging der Bereich Messe-Services an den Start. 2007 machten die Bielefelder erste Erfahrungen mit dem Geschäftsfeld Computer Generated Imagery (CGI).



Bauen für die Bielefelder Graphic Group das Geschäftsfeld Computer Generated Imagery aus (v. l.): Projektleiter Bernd Warneke, Fotograf Christoph Schmidts und 3-D-Artist Dennis Aufderheide.

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So sieht es aus, wenn 3-D-Artists eine Verpackung visualisieren. Am Computer modellieren sie die Version, die sich die Verpackungsgestalter vorgestellt haben. Änderungen sind jederzeit möglich, auch die Perspektiven – vom Weitwinkel bis zur Vogelperspektive – lassen sich variieren. Im virtuellen Studio kann außerdem jede gewünschte Beleuchtungssituation erzielt werden. Ein weiterer Vorteil: Für eine spätere Web-Anwendung lassen sich alle 3-D-Objekte bewegen.

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Agrartechnologie im Olympiastadion Berlin. Das Objekt aus dem Hause Claas wurde aus Konstruktionsdaten erstellt. Im Olympiastadion ist ein 360-Grad-Panoramofoto gemacht worden. In diesen aufmerksamkeitsstarken Hintergrund haben die Spezialisten der Bielefelder Graphic Group dann am Computer die Maschine gesetzt.

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