Die Romane von Karl May hat Benjamin Armbruster, der 1946 in Siebenbürgen geboren wurde, schon als kleiner Junge geliebt. „immer wenn ich in den Ferien zu Besuch bei meinen rumänischen Großeltern war, habe ich meinen Freunden die Geschichten übersetzt, und wir haben die Abenteuer von Winnetou und Old Shatterhand nachgespielt“, erinnert er sich. Auch die Verfilmungen mit Pierre Brice haben ihn fasziniert: Allein den „Schatz im Silbersee“ hat er sich 17 Mal im Kino angesehen.
Sohn einer Schauspielerin wollte Sportler werden
Dass die Figur des Apachenhäuptlings einmal eine so große Bedeutung in seinem Leben einnehmen würde, hätte Benjamin Armbruster damals allerdings nicht gedacht. Obwohl er als Sohn einer Schauspielerin im Theater groß geworden war, zog es ihn zunächst nicht auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Er wollte Sportler werden, begann als Schwimmer und kam als Radrennfahrer in die rumänische Jugend-Nationalmannschaft. Schließlich siegte aber doch das mütterliche Erbe: Benjamin Armbruster absolvierte die Film- und Theaterakademie in Bukarest und trat bald schon sowohl in rumänischen als auch in deutschen Theatern in Siebenbürgen auf. An den deutschen Bühnen war er als Benjamin Armbruster bekannt, während er in den rumänischen Häusern unter dem Namen Mircau Breazu spielte – ein künstlerisches Doppelleben, das nur ein einziges Mal zu Problemen führte: „Da habe ich erst kurz vor Vorstellungsbeginn gemerkt, dass ich eigentlich in zwei Theatern die Hauptrolle spielen sollte.“
Als Stuntman in Action-Filmen
Früh wurden auch Filmregisseure auf den jungen Senkrechtstarter aufmerksam. 1968 debütierte er in dem Märchenfilm „Das Schloss hinter dem Regenbogen“. Es folgten etliche Action-Rollen, in denen der durchtrainierte Armbruster, der leidenschaftlich gern Autorennen fuhr, sein Können als Stuntman zeigte.
Doch trotz seines Erfolgs entschied sich der Schauspieler, seiner Heimat den Rücken zu kehren. Seine Mutter Ursula war über den Umweg USA nach Deutschland gekommen und hatte ein Engagement am Bielefelder Stadttheater. „Als meine Mutter krank wurde, wollte ich an ihrer Seite sein, bekam aber nicht einmal für einige Tage eine Ausreisegenehmigung. Das hat mich so wütend gemacht, dass ich Rumänien endgültig verlassen wollte. Dennoch hat es sieben Jahre gedauert, bis ich ausreisen durfte“, berichtet er.
Seit 1979 ist der Deutsch-Rumäne am Bielefelder Stadttheater engagiert und stand hier seitdem in mehr als 150 Rollen auf der Bühne. Zudem hat der sportliche Schauspieler, der mit seinen vier Pferden – darunter das derzeitige Winnetou-Pferd Apache und dessen Vorgänger Jappaloup – auf einem alten Bauernhof lebt, viele Kollegen für Kampf- und Fechtszenen trainiert. Hat er eine Traumrolle? Benjamin Armbruster überlegt nicht lange: „Auf der Bühne möchte ich gern einmal den König Lear verkörpern. Und im Film einen Kommissar.“ (3.463 Zeichen mit Leerzeichen)
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Der Deutsch-Rumäne Benjamin Armbruster ist seit 1979 am Bielefelder Stadttheater engagiert. Viele seiner Kollegen hat er seitdem für Kampf- und Fechtszenen trainiert. jpg, 2940 KB 3216x2136 Pixel 300 dpi Bild: Susanne Freitag |
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Der 61-jährige Schauspieler Benjamin Armbruster ist der dienstälteste Winnetou: Seit 19 Jahren steht der Bielefelder als Apachenhäuptling auf der Bühne der Karl-May-Festspiele in Elspe. jpg, 2561 KB 1960x3020 Pixel 300 dpi Bild: Karl-May-Festspiele Elspe |



